Salt / Die Legende von Aang

Düster war’s in Travemünde, düster und nass. Man mag einwenden, dass sich das für die Ostsee so gehöre, düster und nass zu sein, aber eben auch landeinwärts war nicht viel Sonnenschein. An anderer Stelle mag darüber noch geschrieben werden. Hier geht es jetzt um den Rückblick auf unser eigens für diesen Fall einstudiertes Alternativprogramm, welches aus wiederholtem Kinobesuch besteht. Derzeit läuft aber fast ausschließlich Mist, und wir entschieden uns für zwei Filme, die sich zumindest halbwegs ansehbar anhörten (häh?). Eine Replik.

Da wäre zum einen Salt. Dieser Film bekam überraschend wohlwollende Rezensionen, und sie alle hoben gesondert hervor, dass ursprünglich Tom Cruise für die Hauptrolle angedacht war. Jedoch ist bekannt, dass Tom Cruise nicht jeden obskuren Mist, der ihm vor die Füße geworfen wird, schlucken mag, weshalb er die Rolle wohlweislich ablehnte. Man darf glücklich sein. Denn was vermag jemand, dem es gelingt, etwas so schönes und reines wie Katie Holmes zu ruinieren, nur einem Schundfilm wie Salt anzutun? Wieviel schlimmer wäre dieser Film noch geworden?

Der Versuch, dieses Elend in Worte zu fassen, kann eigentlich nur scheitern. Zumal die Story des Films für mich kaum noch nachvollziehbar ist. Es ging grob darum, dass Angelina Jolie für einen Doppelagenten gehalten wird und um ihre Rehabilitation kämpfen muss, wobei sich im Laufe des Film herausstellt, dass sie tatsächlich im Dienst des Crazy Ivan steht (Spoiler), aber der Film geht noch weiter und nimmt noch so manche komische Wendung, weswegen das mit dem Spoiler eigentlich Quatsch ist. Faustregel: Wann immer dem Drehbuchautor nichts mehr eingefallen ist, hat er eine der Figuren die Seiten wechseln lassen, gerne auch mehrmals. Es ist schon traurig genug, dass für die Plotte überhaupt Mütterchen Russland herausgekramt wird, wo leben wir denn? Von Sarazzin lernen, heisst siegen lernen! Hier wäre ein moderner und unverkrampfter Moslemhass viel naheliegender gewesen. Zumal die Indoktrinationstaktik auch viel besser zum „Obstverkäufer“ (Sarazzin) passt als zum Roten. Andererseits: Für diesen Tom Clancy-Schinken mit Ben Affleck als Jack Ryan hat man Moslems gegen Nazis getauscht, vielleicht war ja hier die erste Drehbuchfassung (noch mit Tom Cruise im Kopf) ja ähnlich gelagert. Weiß man’s? Der Film ist abgesehen von der wirklichen mauen Geschichte, die trotz der vielen Wendungen zu keinem Zeitpunkt überraschend ist, recht lahm inszeniert. Das Actionhighlight stellt eine Verfolgungsjagd relativ zu Beginn des Films dar, in der „Salt“ von Lastwagen zu Lastwagen hüpft. Später gibt es nur noch die ein oder andere Ballerei und man wähnt sich in einem 90er Jahre-Kracher á la Speed. Ach: Speed 2! Gerne sehe ich hingegen Liev Schreiber zu. Wäre ich schwul, ich stünde auf Liev Schreiber. So bleibt mir nur Liv Tyler.

Interessant ist noch das Detail, dass Jolies deutscher Ehemann von August „23″ Diehl gespielt wird. August Diehl ist auf dem besten Wege, der deutsche Christopher Walken zu werden. 23 ist ein Topfilm, danach kam viel Rumgewurste in der Einöde des deutschen Films, nur um am Ende Angelina Jolie küssen zu dürfen. August Diehl, „unser Mann in Hollywood“. Wer hätte das gedacht?

Fun Fact: Die Aussprache des Namens Angelina Jolie ist Teil meiner Eigentherapie zur Überwindung eines gewissen Nuschelfaktors meiner Aussprache. Nur deswegen bringe ich viele Gespräche immer wieder auf das Thema Angelina Jolie. Deswegen, und weil ihr polarisierendes Äußeres seit dem Film Mojave Moon (knalliger deutscher Titel: „Nichts als Trouble mit den Frauen“), den ich einst in der Hochphase meiner Adoleszenz in einer Nachtausstrahlung im TV für mich entdeckte, eine gewisse Faszination auf mich ausübt.

Es ging noch ein weiteres mal ins Cinestar. Hier gab es übrigens mal den Service, sich Knabberzeugs an den Platz bringen zu lassen. Das wurde seinerzeit mit dem Spruch beworben: „Sich für nur einen Euro von vorne bis hinten verwöhnen lassen.“ Meine damalige Frage, ob man sich denn für 50 Cent auch nur von vorne verwöhnen lassen könne, wurde zu Recht mit lautem Gelächter der ganzen Schlange bedacht. Das war das Highlight meines Lebens! Egal: Wir schauten nun den Film Die Legende von Aang. Bemerkenswert waren die Trailer, derer es ungefähr ein Dutzend gab. Allesamt knallige und überdrehte Kinderfilme, die in CGI und 3D erstellt wurden, und die überwiegend mit „Die Legende…“ beginnen. Muss man alles nicht sehen.

Für Die Legende von Aang entschieden wir uns, weil ich die zugehörige Zeichentrickserie (es ist unmöglich, ein YouTube-Video zu verlinken, es gibt nur furchtbaren AMV-Müll) ganz gerne sehe. Und weil M. Night Shyamalan ein guter Regisseur ist und lediglich The Happening nicht ganz gut war. Das Mädchen aus dem Wasser ist jedoch toll. Und Die Legende von Aang ist ebenfalls super. Man sollte es lediglich vermeiden, in die 3D-Fassung zu gehen, die wie so oft in letzter Zeit der 2D-Fassung übergestülpt wurde. Ansonsten erwarten einen schöne Bilder einer ganz eigenen, wenn auch schlichten Welt. Die Effekte sind durchaus auf der Höhe der Zeit, gerade die Elementbändigungen sind sehr schick gemacht. Man muss eben auf Ethnokitsch stehen und über die fragwürdigen Casting-Entscheidungen hinwegsehen, die streng unterscheiden zwischen guten Asiaten, die von Weißen verkörpert werden und bösen Asiaten, die von Indern verkörpert werden. Aber das ist okay, wenn die Inder Dev Patel (bekannt aus Slumdog Millionaire und den ersten beiden Staffeln der grandiosen Serie Skins) und Aasif Mandvi (Korrespondent in der Daily Show) sind. Noah Ringer als Aang ist fast schon eine zwangsläufige Besetzung, der macht Taekwondo, seit er laufen kann und rasiert sich den Kopf, seit er Haare hat. Er spielt seine Rolle auch annehmbar. Vielleicht aber auch nicht, ich bin ganz schlecht, was das Einschätzen von Schauspielerleistungen angeht. Ich fand sie alle glaubwürdig, aber der Rest der so genannten Kritiker hat die Leistungen zerrissen. Ich habe eben den Mut, eine unbequeme Wahrheit auszusprechen. Das mag „politisch unkorrekt“ sein, aber einer muss sich ja der Meinungsdiktatur der linksgrünen Medienmehrheit entgegenstellen.

Arge Probleme hat der Film jedoch beim Timing. Gerade im ersten Viertel, in dem es auch humorige Szenen gibt, funktioniert fast garnichts. Die Szene, in der der Bruder mit dem lustigen Namen vom Bison-Fuchur mit dem lustigen Namen fast erschlagen wird, ist wohl die am schlechtesten getimte Szene, die je gedreht wurde, und der unpassende Score an dieser Stelle macht es nicht besser. Später zieht der Film jedoch an und wirkt viel runder und muss sich hinter dem gut gedrehten Film mit der schrecklichen Geschichte (Narnia) oder dem schlechten Film mit der guten Intention (Der goldene Kompass) nicht verstecken. Dass die Welt, in der der Film spielt, nicht ganz so fantasievoll ist, ist leider der Vorlage geschuldet.

Die Legende von Aang behandelt die erste Staffel der Serie, oder, so deep: „Buch 1: Wasser“. Das Ende ist also offen, und es sind wohl zumindest 2 Fortsetzungen geplant. Darauf sollte man sich einlassen. Oder einfach die Serie anschauen, die gibt’s ja auf DVD oder wasweissich.

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Urlaub preload reloaded

Ich mag diese Art Musik eigentlich nicht. Man hat das Gefühl, dass das Label „norddeutscher Spaß-Hip Hop“ künstlich am Leben erhalten werden soll. Norddeutscher Spaß-Hip Hop hatte seine Zeit, und sie war großartig. Aber man muss auch loslassen können. Und Gruppen wie Öl am Strand oder wie sie alle heissen reichen einfach nicht an die alte Klasse heran. Aber weil es eine schöne Tradition geworden ist (letztes Jahr gab es das schon einmal), wird auch diesen Sommer kurz vor Abreise ein norddeutsches Spaß-Hip Hop-Video aus meiner Heimatregion kredenzt. Sogar mit den gleichen Beteiligten. Ich präsentiere, der Vollständigkeit halber:

Mama Lauta (*seufz*) – Ananas:

Travemünde, bleib stark bleib stark!

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Erde, verborgen unter Gras

Als ich vor vielen, vielen Jahren das erste Mal zu Basti nach Hause gekommen bin, sah ich in seinem Zimmer seinen Fernseher stehen und war total beeindruckt von der Größe des Gerätes, war es doch so viel größer als mein eigenes.

Als wir zusammenzogen, kam auch der Riesen-Fernseher mit, der mir inzwischen gar nicht mehr so groß vorkam, kauften doch immer mehr Leute Flachbildschirme mit beträchtlicher Bilddiagonale. Quasie Kinofeeling.
Auch meine Eltern zogen mit, aber wir, wir blieben bei unserem Kasten. Er ist jetzt in etwa 25 Jahre alt, hatte zwischendrin schon mal Grünstich, dann Gelbstich, dann allgemein Bildstürm, dann war plötzlich wieder alles okay. Er hält und hält, sehr schön. Freut mich.

… Aber wenn meine Eltern im Urlaub sind, und Basti und ich Zeit haben, dann geht´s trotzdem zu ihnen nach Hause vor den großen Fernseher, im Gepäck diverse Filme. Mein Bruder titulierte uns gelungen als Filmtouristen.
Man muss schließlich seine Ressourcen kennen und nutzen. Das haben wir auch dieses Mal gemacht:

Letztes Wochenende sind wir in in meinen Geburtsort gefahren, jedoch ohne eigenes Filmmaterial mitzuführen. Stattdessen machten wir das erste Mal seit langer, langer Zeit einen Spaziergang zur Videothek. Wie früher, quasie Zeitreise, oder noch besser, Zeitsprung, als sei es nie anders gewesen, standen wir vor den Regalen und suchten zwei Filme, er einen, ich einen.
Und welch Überraschung, Basti stand gleich wieder da, ich brauchte hundert Jahre, um diese schwerwiegende, weitreichende Entscheidung zu treffen.
Aber irgendwann, irgendwann war ich dann auch mal fertig. Juhuu! Endlich Bildschrim nutzen, naschen, irgendwann schlafen.

Am nächsten Tag: viel Zeit bis hin zum Abend, bis zur zweiten Runde Filme-Schauen.
Basti spielt solange X-Box; wenn schon Bildschirm nutzen, dann richtig.
Ich schau in den Garten und sehe Erde verborgen unter Gras; Erinnerungen an einen Urlaub, in dem meine Oma bei uns zu Besuch war, und wir im Garten gärtnerten. Und plötzlich bekam ich unheimlich lust die Gartensachen aus dem Keller zu holen und so ganz ohne Gartensimulator ganz real Gartenarbeit zu tätigen.

Ich dachte ja nicht, dass so wenig Gras so viel sein kann. In der Mitte angefangen, schuf ich mich zum Beetrand vor und nahm noch Efeu und andere, bös verkeilte Gewächse mit. Nach drei Stunden sah ich hinab auf mein Werk, kam mir echt toll vor und wusste zugleich wieder, warum ich in der 9. Klasse so überrascht war als mir nach einem Jobtest im BIZ für meine Zukunft geraten wurde, doch Floristin zu werden.

Abends dann also nochmal Film, mein Blick schweift ab und an stolz zum Fenster, hinaus auf die dunkle Erde, die nun wieder den Himmel sehen kann.
Eine Woche später betreten wir das Wohnzimmer, dieses Mal mit eigenem Film unterm Arm, da sehe ich wieder die ersten Halme aus der Erde schauen. Da hab ich x Mal alles umgegraben, und doch…
Die Natur ist schneller.

Heute auf einem Spaziergang dann, begegneten wir dem ganzen in groß. Also nicht wirklich, aber in etwa, wenn man viel, viel Fantasie benutzt. Vielleicht noch nicht mal dann, aber egal. Trotzdem passende Einleitung, vielleicht etwas lang.

Wir waren auf jeden Fall endlich mal bei Bastis zukünftiger FH. Auf dem Rückweg sahen wir ein Grundstück, das wohl mal als Parkplatz gebraucht worden war. Doch nun, eingezäunt, unbenutzt, rückt die Natur wieder an, durchbohrt mit Pflanzen den Asphalt. Wie Sträuße in Vasen stehen sie da.

Darüber Bäume auf der Mauer, dazwischen drei Häuser. Die Bäume sind riesig und es ist eine ganz besondere Atmosphäre, so dass ich denke, ich könnte genauso gut nicht mehr in Deutschland sondern in einem anderen Teil der Welt stehen. Leider kommt es auf dem folgenden Bild nicht so heraus, aber vielleicht ein bisschen.

Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, lag noch ein viel größeres Grundstück, den Rand zu uns hin bildete eine Mauer. Vermutlich wurde ein Großteil des Gebäudes einst abgerissen, der Rest blieb stehen, so dass die Planzen Teil 2 der Renaturalisierung übernehmen konnten.

Die neue Bücherei, die im Herzen dieses Grundstückes gebaut wird, scheint in diesem Meer zu versinken.

Was das für eine Arbeit sein muss, diesem Urwald im Kleinen wieder Herr zu werden. Streifen meine Gedanken zurück zu dem kleinen Plätzchen Erde, das ich frei legte, so denke ich mit Blick auf die riesigen Büsche und Fast-schon-Bäume vor mir, `ich beneide euch nicht´

Den Pflanzen steht nun bald das Wasser bis zum Halse, ist doch die Bücherei fast schon fertig gestellt. Eigentlich finde ich es Schade um dieses Fleckchen Erde.
Von der U-Bahnhaltestelle, an der unser Spaziergang begann, kann man den Platz überblicken. Früher stieg ich hier manchmal aus und wartete auf die nächste Bahn, um ein wenig die Aussicht genießen zu können. Ich hielt inne und sah hinaus auf eine leblose Ebene, die beim zweiten Hinsehen lebendig wurde.
Nun ist das schon eine Weile her, und heute – gleiches Fenster, anderer Blick – dachte ich mir wie sehr sich ein Ort doch innerhalb weniger Monate verändern kann.

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Der Wolf

Ich habe die Originalgeschichte auf soup.io gefunden, genauer gesagt hier, und mir den Spaß erlaubt, sie kurz zu übersetzen. Die Geschichte vom Jungen und dem Wolf ist bekannt, in dieser Synopsis gibt es aber ein paar Gedanken, die ich bemerkenswert finde, weswegen ich das an dieser Stelle festhalten möchte. Was folgt, ist also nicht mein Werk:

*****

Vor 2600 Jahren wurde eine Fabel geschrieben und von Generationen gelesen, und niemand hat sie verstanden.

Der Junge rief, Wolf! und die Dorfbewohner kamen, aber da war kein Wolf. Und der Junge lachte, über seinen Spaß und ihre Leichtgläubigkeit. Er tat es noch ein zweites mal mit dem gleichen Ergebnis; und ein drittes mal, jedes mal erfreute es ihn mehr.

Aber beim nächsten mal war es kein Spaß, es kam tatsächlich ein Wolf. Er tötete einen Großteil der Schafherde und beinahe auch ihn. Wolf! Wolf! Aber es kam keiner, natürlich, er hat es einfach übertrieben.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er noch die Wahrheit spricht.

II.

Der Winter kam, und die Dorfbewohner froren und waren hungrig, und viele starben, denn es gab keine Schafe. Ein alter Mann aus einem anderen Dorf schüttelte seinen Kopf: Warum wurde eine solch wichtige Aufgabe zur Sicherung ihres Überlebens einem Jungen anvertraut? Was habt ihr von einem Kind erwartet?

Aber wir sind selber noch fast Kinder, merkte einer der Männer an. Wir haben keinen großen Unterschied bemerkt.

Und warum habt ihr ihm noch nach der ersten Lüge vertraut? Oder der zweiten? Offensichtlich hat er den Job nicht ernstgenommen. Wenn ihr seinen Rufen nicht vertraut habt, warum habt ihr ihm dann die Herde anvertraut? „Aber wir hatten anderes zu tun.“

Vielleicht wusstet ihr, dass Wölfe kommen würden, es gab keine Möglichkeit, sie aufzuhalten; und anstatt es zu versuchen, wolltet ihr nicht diejenigen sein, die verantwortlich sind.

Oder vielleicht dachtet ihr, weil er wegen dem Wolf gelogen hat, dass es so etwas wie Wölfe überhaupt nicht gibt. Nicht: er log, weil es keine Wölfe gibt. Weil er gelogen hat, gibt es keine Wölfe.

Abgesehen von dem einzelnen Jungen, den ihr allein auf das Feld gelassen habt, um eine Arbeit zu tun, die ihr ihm nicht zutraut, was für ein Warnsignal habt ihr erwartet?

Der Junge wurde groß, verbittert wegen der Abneigung der Dorfbewohner gegen ihn; was hat er falsch gemacht? Er hat sie gerufen und sie kamen nicht. Sie haben ihm gesagt, sie würden kommen. Sie haben gelogen. Und, Kinder die sie sind, haben sie keine Verantwortung übernommen – sie haben versucht, ihm die Schuld zu geben.

Die Erwachsenen im Dorf haben versagt, es ist alleine ihre Schuld. Wölfe existieren, man setzt ihnen keinen Jungen vor. Und wenn man dem Jungen nicht vertraut, sucht man sich jemanden, bei dem man es tut.

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alberner Moment in der Mensa

Ich war heute mit einer Freundin in der Mensa. Ich kam mit dem Fahrrad zur HS und so lagen Fahrradhelm und eine Tasche neben mir bei Tisch.

Als wir fertig gegessen hatten, dachte ich noch, vielleicht sollte ich nicht alles auf einmal nehmen, sonst fällt mir noch was runter. Na ja. Ich hab´s dann trotzdem gemacht und siehe da, welch Überraschung, die Plastikcolaflasche fällt auch schon runter.

Ich denk noch, ich sollte das Tablett abstellen, bevor ich die Flasche aufhebe, bevor es noch Scherben gibt. Aber einen Moment später bin ich davon überzeugt, dass ich es auch so hinbekomme. Ich beuge mich vor und das Tablett gerät in Schieflage.

Doch ich schaffe es, balanciere es aus und rette die Schüsseln mit der Hand vor dem Fallen. Nur die Gabel landet klappernd auf den Boden, dafür befindet sich die Flasche wieder auf dem Tablett.
Einen Moment lang bin ich noch ganz stolz auf meine fast schon zirkusreife Akrobatikleistung, weil nur ein Fleck auf meiner Hose und einer auf dem Boden an die blödsinnige Aktion erinnert, da zeigt meine Freundin auf mein T-Shirt und ich muss erkennen, dass alles voller Soße ist.

Ich hatte das Gefühl, als lägen alle Blicke auf mir. Wahrscheinlich hat´s in Wirklichkeit keinen gejuckt. Man nimmt sich selbst gerne zu wichtig. Wie auch immer, ich war froh, dass nicht viel los war, da Semesterferien.

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Spewwing – eine neue Sportart

Ich wurde heute innerhalb eines Chatgesprächs auf eine neue Sportart gebracht – auch wenn mir prophezeit wurde, dass in diese wohl nicht investiert werden würde, so bin ich mir sicher, dass durch die richtige Marketing-Strategie und durch den richtigen Absatzplan doch der Weg in die freie Wirtschaft offen steht. Ich hab da schon so einige Ideen.

Doch zu erst kurz die Erklärung: Was ist Spewwing und wo liegt der Urspung verborgen?
Spewwing ist eine Weiterentwickluing des Spinnings, wie es in klassischer Form meist in Fitnesstudios angeboten wird. Hierbei fährt man in einer Gruppe auf fest angebrachten Fahrrädern und trainiert damit meist die Ausdauer. Man fährt quasie im Raum Fahrrad.

Das Spewwing jedoch ist mehr. Der Teil mit dem Fahrrad bleibt gleich, aber es kommt das sogenannte Element des „Wespings“ hinzu. D.h. es werden Wespen, bzw. aus Gründen des Tierschutzes natürlich Plastik- oder Wollwespen, geworfen. Diese müssen gefangen und mit blosen Händen zerquetscht werden.
Hintergrund ist die Selbstverteidigung gegen Wespen und ähnliches Getier in Situationen, in denen man nur eine Hand frei hat.
Man kann seine Fähigkeiten trainieren, in dem man den Widerstand beim Fahrradfahren erhöht, so dass sich die Kraft zur Abwehr der Wespenattacken entsprechend reduziert, denn das Fangen und Festhalten von Wespen erfodert neben Ausdauer vorallem Geschick, Schnelligkeit und ein gutes Reaktionsvermögen.

Als Zielgruppe sind neben Imkern, die einen Selbstverteidigungskurs belegen, auch z.B. Menschen mit Wespennest in ihren Räumen denkbar. Jedoch kann ein solches Training für den Ernstfall sehr nützlich sein und ist daher auch all denjenigen zu empfehlen, die im Moment von sich denken für dieses Training nicht genügend Umgang mit Wespen zu pflegen, denn:

Nur in dem man sich ganz bestimmte Muskeln an trainiert, ist eine gezielte Verteidigung möglich. Gemeint ist der sogenannte Wespenmuskel – nicht, dass es diesen wirklich gäbe, doch wird „Wespenmuskel“ einmal der umgangssprachliche Name des entsprechenden Muskels sein, wenn meine Sportart bekannt geworden ist und die Leute damit begonnen haben die Funktionskleidung, das sonstige Spezialequipment und natürlich diverse Fachliteratur für das Professional-Spewwing zu kaufen.

Doch nun zum Trainingsgerät, das es für diesen Sport benötigt. Ein einfaches Fahrrad und Wespen (bzw. Wespenersatzprodukte, die hier zur leichteren Lesbarkeit jedoch vereinfacht als „Wespen“ bezeichnet werden) reichen nicht aus. Vielmehr braucht es spezielle Installationen:

Das einfachste Modell ist wohl das an einer Wand befestigte Trainingsrad, welches mit Hilfe einer Wespen-Wurfanlage funktioniert.

Dieses Installation ähnelt den Tennis-Wurfgeräten auf dem Tennisplatz, ist jedoch auf angemessener Höhe anzubringen, damit der Trainierende die Wespe auf einer sinnvollen Höhe fassen kann.
Ist kein Platz für eine solche Wespen-Wurfanlage, kann man auch eine Person bitten, einem immer Wespen zuzuwerfen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass er mit ein bisschen Schmackes wirft, sonst kann man sich das Training gleich schenken.

Eine weitere Alternative für den Hausgebrauch ist der Ultimativ LoneCycler 3012 mit integriertem Wespenkorb.

Zwar muss auch hier an einer Wand ein Rohr angebracht werden, um die Wespen, die mit dem Vorderreifen aus dem Korb hinaus in die Luft geworfen werden, umzulenken, doch sind sonst keine weiteren Installationen nötig.
Durch die Zahnradkonstruktion am Vorderrad ist es auch möglich, dass man wie gewohnt beim Training vorwärts treten kann. Möchte man das Training erschweren, nimmt man dementsprechend das kleine Zahnrad heraus und verbindet das grüne mit dem blauen mit Hilfe des mitgelieferten Zwischenstücks. So ist man gezwungen, rückwärts zu treten, um die Anlage anwenden zu können.
Die Verlängerung des integrierten Korbes zum Fahrradsitz hin ermöglicht es dem Trainierenden die gefangenen Wespen wieder fallen zu lassen, ohne dass sie auf dem Boden landen und so für Unordnung sorgen.

Für ein Fitnesstudio lohnt sich eine Masseninstallation wie auf der folgenden Abbildung von oben dargestellt.

Je nach Räumlichkeit ist es geschickter, die Fahrräder in einem Bogen anzuordnen, so dass es der Werfer leichter hat und die Trainierenden alle etwa gleichschwere Wespenpässe erhalten.
Aber auch wie oben dargestellt ist es möglich. Hier arbeitet der Werfer am Besten mit Hilfe eines Blasrohrs wie in der Folgenden Zeichnung im Querschnitt noch einmal dargestellt.

Ein weiteres Modell ermöglicht es Familien gemeinsam zu trainieren. Hier ist kein Blasrohr nötig, allerdings braucht man einen Werfer.

Wie man auf der Zeichnung erkennen kann, liegt der Witz bei dieser Installation in der gestaffelten Höhe der Tainingsräder. Je nachdem wie hoch der Werfer wirft, wird die Wespe das jewailige Familienmitglied errichen.
Allerdings ist je nach Qualifikation des Werfers zu überdenken wieviele Räder voreiander gestellt werden sollen, da auch der auf dem letzten Fahrrad seinen Wespenmuskel trainieren will, sonst hat er ja das ganze Geld umsonst ausgegeben.

Nun fehlt noch die passende Kleidung, denn was ist ein Sport ohne schnittiges Kostüm?
Hier ist das perfekte Spewwing-Outfit:

Bei der Funktionskleidung des Mannes ist vor allem der Bereich um die Schultern eine echte Besonderheit, denn die hier angenähten Flügel lassen auch große Männer auf den recht kleinen Trainingsrädern stark erscheinen. Die rote Hose signalisiert darüber Gefährlichkeit und der schicke Helm, der auch beim echten Radfahren getragen werden kann, führt das Thema der „Wespe“ fort.

Die Funktionskleidung für die Frau ist mit Fühlern und einer Wespentaile ausgestattet. Die Fühler bestehen wie bei echten Wespen aus mehreren Gliedern und wippen so beim Trainieren lustig auf und ab.
Die Tailie lässt sich individuell anpassen. Sie besteht aus einem breiten Gürtel, der um das Kostüm geschnallt und sehr eng zugezogen wird.
Ein weiterer Kniff ist der Kostümteil, der am Nacken ansetzt, das Rückgrat hinab läuft und unten in einen kleinen Umhang aus gestärktem Stoff mündet, der in den traditionellen Wespenfarben anderen Sportlern die eigene Sportart aufdrängt.

Beide Ausrüstungen sind vollständig Wespenstachelfest und daher im alltäglichen Umgang mit Wespen voll einsetzbar.

Als letztes möchte ich noch auf alternative Auffanggeräte hinweisen, die man anstelle des serienmäßigen Korbes verwenden kann.

Da wären
1. Ein Fangnetz. Sehr klassisch, doch effektiv. Man kann es in der Hand halten und dadurch die Wespen leichter einfangen. Allerdings wird es so schwerer sie zu zerquetschen, wodurch der Wespenmuskel unterm Strich vermutlich weniger Trainiert werden wird.

2. Der Wespenkrug. Von dem Stardesigner S. St designt eine echt stilsichere Anlage. Allerdings ist der Bereich recht klein, in den etwas fallen kann. Es werden also vermutlich viele Fänge daneben landen.

3. Einen Topf. Auf diese Weise kann man seinen Fang nachher gleich zu einem leckeren Gericht weiter verarbeiten. Allerdings sollte man dabei darauf achten echte Wespen und keine Plastik- oder Wollimitate zu kochen. Das könnte sonst auf den Magen gehen.

4. Haar-, Bart- und Grasgeflächt. Dieses hundertprozent natürlich abbaubare Produkt ist geflochten aus Kopfhaar und Barthaar, wobei an manchen Stellen ergänzen mit stabilen Gräsern gearbeitet wurde. Allerdings sollte man daran denken, dass dieses Gefäß schwer zu leeren ist, da sich die Wespen in dem Haargeflecht verheddern dürften.

Nun kann ich nur sagen, Spewwing ist gut, Spewwing ist toll und bald ist damit auch ihr Fitnessenter voll. Achten Sie auf dieses Logo:

Viel Spaß beim Trainieren :-)
(Und immer schön Plastik- und Wollwespen benutzen!)

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Wir suchten Pommes und fanden Ruhe

Das Umsonst und draussen-Festival konnte uns an diesem Wochenende nicht locken, obwohl es erstens umsonst ist und zweitens draussen. Abgeschreckt fühlte ich persönlich mich nicht vom Webdesign, sondern von den MySpace (die älteren erinnern sich)-Auftritten der Bands. Zu meiner Aversion gegen die Genres Ska und Latin-Musik, die sich in Form der Palmeras Kanibales sogar in einer Superschurkenband zusammenfanden, haben außerdem noch Supermug abgesagt. Supermug! Außerdem ist mir das dortige Publikum viel zu jung und revoluzzerhaft, das macht mein Herz nicht mit.

Also entschieden wir uns für das Rentnerfest Stuttgarter Sommerfest „im Herzen der Schwabenmetropole“. Beim Stuttgarter Sommerfest, welches auch „rund um den Eckensee“ (sick!) stattfindet, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich möchte an dieser Stelle völlig ohne Zusammenhang einwerfen, dass mir der Begriff „Genügsame Traditionelle“ aus der Schweizer Version der Sinus-Milieus äußerst gut gefällt.
Auf dem „Festle“ herrschte zwischen den Bühnen, auf denen sich Schlager- und Coverbands verdingten, ein großes Gedränge und Geschubse und mir wurde in diesem kleinen Gang unwohl, in dem man sich überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Es gibt ja Menschen, die gehen in sowas wirklich auf. Die gehen da extra hin, weil da viele Menschen sind. Das verstehe, wer will. Aber warum waren wir denn dort?

Da möchte ich ganz offen sein: Wir wollten eine Portion Pommes essen. Tjaha, so genügsam und traditionell sind wir eben doch, dass uns der Wille nach einer schnöden Portion Pommes auf ein Straßenfest treibt. Aber die Stände fielen wegen Überfüllung aus, zumal nicht wirklich zu erkennen war, ob es dort überhaupt irgendwo Pommes gab. Eher Weine und Baguettes. Überhaupt sind Pommes eine große Rarität geworden. Wir entfernten uns vom Fest, um eine Pommesbude aufzutreiben und gerieten in eine Demonstration gegen Stuttgart 21, die direkt nebenan vom Fest stattfand.

Die Menschenmenge ist aufgrund der Dunkelheit nur schlecht zu erkennen. Beim Vergrößern sieht man, wie jemand ein Schild hochhält, auf dem der Rückbau des alten Schlosses und des Parkplatzes am Schillerplatz gefordert wird.

Demonstrationen sind, unabhängig der Richtigkeit ihrers Anliegens, auch kein Ort für mich. Lieber verändere ich die Gesellschaft aus dem System heraus (gemeine Tweets, unterstützen von Facebookgruppen etc.). Abgesehen davon war diese Demonstration gerade im Begriff von Tränengas, Kampfhunden oder wahlweise ihrem natürlichen Ende aufgelöst zu werden. Und überhaupt: wir wollten einfach nur Pommes.

Wie gesagt, ist der Kartoffelschnitz im Begriff, auszusterben. Es ist nicht möglich, eine Frittenbude aufzutreiben. Zum ersten mal wurde uns bewusst, wie viele Dönerläden es tatsächlich gibt, es ist sagenhaft. Nichts gegen Dönereien, aber wir kamen auf der Suche nach Fritten bestimmt an einem Dutzend vorbei. Dank mobilem Internet (yay!) gelangten wir schließlich zum Brunnenwirt. Die Pommes wurden teuer erkauft mit unfreundlicher Bedienung und sämtlichen schrecklichen Currywurstbudenklischees. Das Internet schreibt vom „besten Imbiss der Stadt“ (Kunststück, es ist wohl auch der einzige), „gemischtem/schrägem Publikum“ (würgwürg) und „Kult“ (brrr). Das ist überhaupt das schlimmste auf der Welt: Kultige Currywurstbuden, die als Geheimtipp für alle „Nachtschwärmer“ gelten, ein schräges Publikum anziehen, und was sonst noch wirklich jede Bude von sich behauptet. In jeder Stadt der gleiche Mist. Eines Tages werde ich eine Currywurstbude eröffnen und per Mundpropaganda verbreiten lassen, dass es bei mir stinknormale Currywürste gibt, die in stinknormaler Pampe und mit normalen Brötchen angeboten werden, und sich meine Gäste nicht genötigt fühlen müssen, eine kultige „Curry Spezial“-Soße zu probieren.

„Frisch gestärkt“ verließen wir diese irre Stadt voller Junggesellenabschiede (vier männliche, ein weiblicher waren es diesmal) wieder und jedes mal bin ich froh, an unserer Haltestelle auszusteigen, wo nie etwas los ist und dann aber ab nach Hause.

Wir schauten noch den legendären Yakuza-Kracher Crying Freeman, welcher in meiner Jugend großen Zuspruch in meiner ‘hood fand – sonderlich gut gealtert ist er nicht. Laut Wikipedia bescheinigte die TV Movie dem Film eine visuelle Eleganz und Farbenpracht. Mir fiel vor allem auf, dass in Japan die Wälder genau so aussehen wie in Kanada. Das so genannte Stargate-Syndrom.

***** ***** *****

Um die vielen Stimmen vom Vorabend wieder aus dem Kopf zu kriegen, ging es heute ein wenig vor dir Tür in jenen Park, der keine Beachtung genießt. Er ist ein wenig naturbelassener und versteckter als der Schlossgarten, im Sinne von: hier gibt es Bäume und es sieht nicht aus wie im Teletubbyland.

Man fühlt sich ein wenig wie im kanadischen Wald und hofft, dass keine Yakuza-Killer aus dem Gebüsch hervorspringen.

Die Villa Berg beeindruckt vor allem durch ihre verblüffende Ähnlichkeit mit dem Herrenhaus aus Resident Evil Zero. Zu erkennen ist, dass die Glasfront mit Holz versiegelt wurde. Warum?

In seinem Geist ging er die letzte Partie Schach durch. Immer und immer wieder.

Legendär ist übrigens unsere Fähigkeit, Regengüsse genau vorherzusehen und in exakt dem Moment unser Haus zu betreten, in dem es anfängt zu regnen. Gut, wahrscheinlich ist eher unsere selektive Wahrnehmung legendär. Jedenfalls: Es fing genau in dem Augenblick an fürchterlich zu regnen, in dem wir unser Haus betraten. Das kann man auch als Bild für etwas sehen, ich weiß nur nicht, für was. Vielleicht, dass es egal ist, ob es sich um Menschen- oder Wassermassen handelt, es ist stets eine Freude, nach Hause zu kommen.

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Traum

Ich war mit meiner Freundin F. in einer Bar, von der ich im Traum wusste, dass es die Lieblingsbar einer anderen Freundin (Nay) ist. Ich nahm daraufhin Stifte und malte zwei Bilder an die Wand. Das eine davon sah in etwa so aus:

Das andere ist mir entfallen. Ich habe mir aber gemerkt, dass es im comicstil gezeichnet war.
Der Besitzer der Bar merkte es sogleich, und kam herbeigeeilt. Er fand die Zeichnungen an seinen Wänden so genial, dass er mich bat, doch bitte gleich die ganze Bar mit all ihren Wänden zu bebildern. Ich jedoch war so betrunken, das ich es nicht wirklich mitbekam. Daraufhin fragte der Barbesitzer F., ob sie die Wände anmalen könne.

Ich ging und dachte nach, ob ich die Bar anmalen soll oder nicht. Ich wusste während des Traums, dass in diesem Moment mehrere Tage vergingen, dabei war es nur ein kurzer Augenblick.
Ein Gedanke in der Überlegung des Traumes war:

„Male ich die Wände in der Bar an, kann ich mir auf diese Weise diesen Raum erschließen. Andere Leute kommen in die Bar und sehen, was ich dort geschaffen habe. Ich kann dort Spuren hinterlassen. Und wenn Nay kommt, dann sieht auch sie, dass ich in ihrer Lieblingsbar etwas bewirkt habe.“

Schließlich entschied ich mich doch dafür, die Räumlichkeiten anzumalen. Daraufhin ging ich wieder in die Bar, um denen bescheid zu geben, doch war inzwischen F. damit beschäftigt die Räume zu streichen. Ich war vollkommen überrascht, aber konnte dann auch nichts weiter machen als zuschauen.
Allerdings hatte F. beschlossen die Räume mit einem Team zusammen anzustreichen und das klappte nicht so toll. Außerdem war ihr Auftrag aus irgendeinem Grund Aboriginesmotive auf die Wände zu bringen. Es kamen jedoch nur lauter voneinander unabhängige Punkte und Striche zustande. Es arbeitete jeder der Teammitgleider für sich.
Davon blieb mir diese Szene im Gedächtnis:

Daraufhin überstrich der Besitzer direkt wieder alles und kam erneut zu mir. Er bat mich ein weiteres Mal doch bitte die Wände vollzuzeichnen.
Er hob daraufhin einen Bilderahmen an der Wand an, so dass eine meiner Zeichnungen zum Vorschein kam. Er sagte, er habe sie nicht überstrichen, weil er sie so toll fände.
Das blieb mir auch im Gedächtnis.

Als F. das mitbekam, willigte sie ein, dass ich die Räume nun gestalten dürfe. Ich freute mich extrem und rannte überglücklich durch die leergeräumte Bar, sodass ich gar nicht bemerkte, dass ich plötzlich nackt war.
Als dann aber genauso überraschend der Barbesitzer mit einem Vertrag vor mir stand und direkt eine Unterschrift wollte, um auch Gewissheit zu haben,

merkte ich es dann doch. Dieser Gefühlsumschwung während des Traumes ist mir auch noch geblieben.
Im nächsten Moment bin ich aufgewacht.

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Rass!smbr

Viel perverser noch als das Betteln um Geld ist das Betteln um Aufmerksamkeit. Das Betteln um Geld hat eine lange Tradition in der Welt, der vor allem die Verlierer der Gesellschaft folgen, die keine andere Möglichkeit sehen oder bekommen, ihr Leben zu bestreiten. Nie käme es mir in den Sinn, über diese Menschen schlecht zu urteilen. In der Regel sind Menschen nicht selbst Schuld daran, dass sie betteln müssen, sie werden von äußeren Umständen dazu gezwungen. Der Bettler an sich verdient den Respekt, der nun einmal jedem Menschen gebührt und noch ein bisschen mehr, weil er es schwerer hat als andere.

Das Betteln um Aufmerksamkeit ist jedoch oft ein schändliches Tun. Die beiden schlimmsten Gattungen der Aufmerksamkeitsheischer sind Scenegirls und F!XMBR. Erstere sehen dabei wenigstens gut aus und tun so ihren Teil für die Gesellschaft. Scenegirls? Hooray! Menschen wie Chris von F!XMBR aber bleibt da oft nur die Pöbelei. Immer am Abgrund der Dummheit entlang schlaendernd, geht es in der Regel gegen Politiker, Blogger, Twitterer, Facebook oder sonstigem und man ist ruhig, weil: es trifft ja nicht immer die falschen. Zuverlässig knickte man ja auch regelmäßig wieder ein und twitterte dann selbst oder facebookconnectete sein Blog, denn die Moserei war schon zuvor stets ohne Gehalt und der reinen Aufmerksamkeitsheischerei geschuldet. Weiß ja auch jeder, weswegen man dieses Blog zur reinen Belustigung toleriert und die Satirelizenz nicht entzogen wird.

Wirklich ärgerlich wird es, wenn man bei F!XMBR auf die Allzweckwaffe des billigen Populismus zurückgreift: den Rassismus. Ironischerweise wird der auch auf diesem Blog zuvor stark angegangene Rüttgers getanzt und gegen die Muränen Rumänen gehetzt, ganz, als ob diese mit Peter Maffay nicht schon gestraft genug gewesen gewären.

„Da hier gerade ein paar Leute aufschlagen und sich an der Überschrift stören: Die so genannte «Rumänen-Gang» ist in Hamburg und auch Berlin bekannt…“ spricht’s und irrt aber doch. Denn natürlich ist die „Rumänen-Gang“ in Hamburg und Berlin wohlbekannt. Ebenso höre ich seit meiner Kindheit von der Rumänen-Gang in Lübeck und auch in Stuttgart haben Rumänen nichts anderes zu tun, als morgens in schwarzen Mercedesen Bettler an durch Marktforschung wohldurchdachten Plätzen abzusetzen und sie abends wieder einzusammeln. Rumänen überall. Freunde von Freunden sehen sie an jeder Ecke, und ich spreche hier nicht von minderwertigen Facebook-Freunden, sondern von echten Menschen!

Durch den einfachen Terminus „Rumänen-Gang“ wird suggeriert, dass das kriminelle Verhalten volksbedingt ist. Zwischen krimineller Handlung und Nationenzugehörigkeit besteht ein kausaler Zusammenhang. Das ist natürlich schändlich und zu verurteilen, und waren die Autoren von F!XMBR bislang einfach nur schlechte Schreiber, die immer dann besonders peinlich wurden, wenn sie sich an Satire versuchten, so sind sie nun auch schlechte Menschen. Schlechte Menschen! Der Begriff „Rumänen-Gang“ ist schlicht abzulehnen und nicht dadurch zu rechtfertigen, dass sie nun einmal unter diesem Namen bekannt ist. Haben wir denn aus den Negerkuss-Kriegen in den 90ern so garnichts gelernt?

Aber nehmen wir an, es entspräääche (Konjunktiv III, mindestens) der Wahrheit. Oder anders: Chris glaubt ja nun einmal daran. Ja, was für ein Arschloch muss man denn dann sein, um diesen Vergleich zu ziehen? Zwischen einem kriminellen, menschenverachtenden Gebahren wie der Bettlerzuhälterei und dem Einbinden eines Flattr-Buttons? Warum wird hier diese abartige Linie gezogen, und Menschen, die einen Flattr-Button einbauen, als zu verachtende Kriminelle gebrandmarkt? Ist das noch rational zu erklären? Nein, es ist nicht rational zu erklären. Es geht um’s billige Draufhauen, um die schnelle Provokation um ihrer selbst willen, getrieben vom Geltungsdrang. Beim Wettbewerb, wie viele Personengruppen man in einem Blogartikel gleichzeitig verhöhnen kann, setzt sich Chris mit diesem Artikel mühelos an die Spitze. Bettler, Rumänen, Blogger und und F!XMBR-Autoren in einem Rutsch ihres Respekts zu berauben, das ist eine Leistung, zu der schon etwas gehört.

Wie kann man denn so etwas schreiben? Wie ist da der Gedankengang? Geht man da durch die Straßen Hamburgs, sieht einen Bettler und denkt sich: „*Pfft* Bettlerosphäre!“ Das ist ja schon logisch ein völlig missglücktes Konstrukt, das da aufgebaut wurde. Die „Rumänen-Gang“ (immer wieder!) zwingt Menschen dazu, zu betteln. Er prangert’s doch selber an dort oben. Aber bei Flattr wird gar niemand gezwungen. Ich komme da ernsthaft nicht mehr mit bei diesem Vergleich.

Es ist einfach, Bloggern Geldgeilheit vorzuwerfen, wenn man, immerhin, selbst keine monetären Ziele verfolgt. Der Kampf um Aufmerksamkeit, vor allem gefochten mit billigsten Mitteln wie diesen, ist vielmal schändlicher, denn er trägt nur zu oft die Flagge der Selbstgerechtigkeit vor sich her. Selbstgerechtigkeit, dann doch lieber Geld. Und deswegen:

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via dem unvergleichlichen Internet :-D

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Back again, Teil 2

Nun lagen die ersten ca. 24 Stunden der Reise hinter uns und schon war alle Planung, jeder gute Vorsatz auch wirklich alles mit dem Fahrrad zu bewältigen, dahin. Die Laune irgendwie auch.
Doch wie schon geschildert, wurde „Wir werden sehen“ quasi mein Leitsatz, wenn es mir auch nicht ungedingt immer anzumerken war. Ich bin nun einmal ein Pessimist, aber Einsicht ist der Anfang jeder Wandlung.

Nun hatte mein neuer Leitsatz hier auf jedenfall recht, denn HÄTTEN wir nicht durch den Regen unsere Fahrradtour verkürzt, WÄREN wir nicht früher zu F. nach Hause gefahren und HÄTTEN dann folglich auch nicht das tun können, was wir auf diese Weise tun konnten.
So aber waren wir schon um 13 Uhr bei F. , in der frisch bezogenenen, noch unfertigen Wohnung, da mit Umzugskartons vollgestellt. Und wir, plötzlich Zeit in Massen, lediglich Schmerz in den ungeübten Beinen, der sie zu zerreissen schien, Minute für Minute immer wieder erneut, machten uns eben über diese her. Auf der Suche nach Gläsern und nem biss´l was zum kultivierten Tafeln (zwei Teller, Besteck,…; auch zwei Schüsseln für das Frühstück wären nett) fühlten wir uns wie an Weihnachten, denn bei so manchem Paket, hevorgezaubert zwischen Kleidung und Büromaterial, war nicht mehr so ganz klar, was sich hinter dicken Schichten aus Zeitungspapier verborgen hält.

„Hui, schau, ich hab ein Glas“
„Klasse. Was hab ich? Was hab ich?… oooooooooh, nur einen Eierbecher“

Am Ende stand ein Berg von durchmischter Ware vor uns und es war, als würden wir die Küche neu entdecken.
Wir spülten, trockneten ab, um schließlich in liebevoller Kleinarbeit zwei Fertiggerichte in den Backofen zu schieben und liessen so diesen „Wir werden sehen“-doch-noch-gelungenen Tag ausklingen.

Ab Mittwoch dann nahm unsere Tour ein wenig die Gestalt einer Städtereise an, auch wenn unser geplanter Zwischenstopp in Mannheim ausfiel. Aber auch so folgte eins auf´s andere und es gab einiges zu sehen:

Mittwoch mittag: Frankfurt am Main
Mittwoch abend bis Donnerstag abend: Mainz
Donnerstag abend bis Samstag morgen: wieder an der Basis

(Grundlage der Karte: Google maps)

In Frankfurt die Erkenntnis, dass es hier nicht nur Hochhäuser gibt. Nein, auch eine Altstadt und einen Dom. Eben in diesem waren wir dann auch, nachdem wir uns mit F.s Schwester zum Bummel durch die Altstadt getroffen und uns schon wieder verabschiedet hatten. Sehr faszinierend, so möchte ich an dieser Stelle noch einflechten, war es für mich zu erleben, welch Faszination doch Handtaschen auf einen ausüben können. Zu dritt gingn wir in einen Laden, du dritt mit zwei Handtaschen, und mit fünf kamen wir wieder raus. Wirklich spannend.
Auf jeden Fall waren wir dann noch im Dom, davor jedoch in einer Kirche, was den Dom erst interessant machte, da sie dem Anschauen desselben ein Ziel gab. Denn in der Kirche entdeckte ich zwei in Stein gehauene, lebensgroße, mich an Ritter erinnernde Typen auf Hunden stehen, die ebenfalls in Stein gehauen waren. Außerdem hatte der eine ein Gebäude in der Hand. Ich fragte mich, was das soll und ging zu dem Aufsicht habenden Kirchenmenschen, der daraufhin in seinen Unterlagen kruschtelte. De facto konnte er mir sagen, dass das Haus die Kirche selbst und der Halter der Stifter derselben darstelle, was damals durchaus üblich war. Außerdem seien die Hunde Löwen, wobei er mir bei dem einen Recht gäbe, denn der sähe wirklich aus wie ein Hund.
Im Dom, auf Mission den Stifter zu finden, entdeckte ich keinen mit Kirche in Händen, dafür rief mich F. zu sich, im Schlepptau das Wissen über noch mehr Hunde, bzw. besser wohl Löwen.
Herkunft des Bildes: Wikipedia

An einer anderen Stelle im Dom war jedoch ganz sicher ein Hund.

Abends dann in Mainz hundert Jahre latschen mit Gepäck, bis wir endlich in dem Haus ankamen, in der wir gedachten zu nächtigen. Grund für diese Aktion: die Buchung lies sich nicht mehr stornieren und warum alles bezahlen ohne dort zu sein, wenn es auch anders geht? Echt schwäbisch halt. Ja nix verkomme lasse…

Jedoch mussten wir uns dieses Lager dann auch ohne Fahrrad noch hart verdienen, denn vom Bahnhof zur Pension, hey, es war sogar ein Hotel, mussten wir dann eben laufen, und, doppelhey, es hat sogar mal nicht geregnet, sondern, oh wunder, die Sonne schien. Wir rissen uns quasi fast die Jacken vom Leib, denn kaum waren die Wolken fort, war es warm.
Endlich beim Hotel angelangt, stellten wir fest, dass es wirklich hübsch aussieht, mit seiner Fasade. Schnell hinein, dachten wir uns, immerhin schon fast acht, damit wir auch noch jemanden erwischen. An der Rezeption war dann jedoch auch schon keiner mehr. Ich wollte schon weiter gehen und nach einem Menschen suchen, der uns unser Zimmer übergeben kann, da entdeckte F. den Schlüssel an der Türe. Er hing ganz oben links mit Infozettel und Tesafilm festgeklebt. So erfuhren wir auch gleich wo unser Zimmer liegt und wo es frühstück gibt. Schön unkompliziert.

Das Zimmer dann selbst war auf jeden Fall ganz eng und klein.
Wie Hotel?
Da war die Pension vorgestern aber größer, auch mit eigenem Bad. Hier nur Etage.
Egal, passt schon, weil dafür schönere Möbel und ein hundert Jahre altes Radio. Empfängt zwar nichts mehr richtig, aber bekommt Antikheitsbonus oder so ähnlich.
Na ja, wohl gefühlt haben wir uns schon, außerdem ja Sonnenschein, also ab zum Rhein und Main, weil der floss direkt, oder fast direkt, uns gegenüber da hinein.

F. geht schon runter, ich folge, soll ich meine Jacke mit nehmen? Nein, Schirm reicht…
Bis ich da bin, schon wieder Tropfen.
„Toll… Ich hol doch meine Jacke“
Bis ich wieder da bin, fällt voll viel.
„Toll… ich hab aber hunger. Wir suchen zumindest ein Restaurant… Dann halt morgen der Rhein“
Bis wir ums Haus sind, gießt es. Wir schauen genau eine Speisekarte an, dann Rückzug.

Drei Sekunden später sitzen wir im hotel-eigenen Einliegerrestaurant: Eine Bar mit kubanischem Thema, sehr interessant. Zu erst lief auch noch kubanische Musik, bzw. identifizierte ich sie als diese, was vielleicht nicht unbedingt zutreffen muss.
Etwas später folgte dann leider Allgemeinpop, aber die Dekoration der Räumlichkeiten war allein so genial, dass es mehr als die Musik gebraucht hätte, um die besondere Atmosphäre zu vertreiben. Genau in dieser Deko lag das Spannende. Gestellte Fotos, jedoch nur halb. Eben so, dass der Betrachter nach der Begebenheit hinter dem Bild suchen kann, nach den Beziehungen zwischen den Akteuren, zwischen Fotograph und Motiv. Kinder auf einer kubanischen Straße, die in die Kamera grinsen, ein älterer Mann, der mit ernstem, mit tiefen Falten durchzogenen Gesicht unter seinem Hut hervor schaut,…
Keine Stars Schulter an Schulter mit dem Restaurantbesitzer.
Darüber hinaus Fotos von Gebäuden. Gebäuden, die am zerfallen sind. Wer hängt schon Fotos von Gebäuden auf, die quasi brechen? Also nicht so richtig, sondern so ein bisschen, so dass der Putz runter rieselt und man sieht, dass das Gebäude nicht instand gehalten wird.
Die Schönheit ist trotzdem ersichtlich, aber eben anders. Schlecht zu beschreiben und sicher auch nicht für jeden so wahrnehmbar. Aber Interessant.
Dazwischen Zeichnungen, dahinter ein auf die Mauer gemalter Himmel, blau mit Wolken. Dazu Specials wie zum Beispiel ein Oberkörper, so geformt, dass er die Arme zum Himmel gestreckt sind. Er sieht auf die Gäste hernieder, an diesem Abend auf uns, in ein weißes Gewand gehüllt mit passender weißer turban-ähnlicher Kopfinstaltion. Welche Geschichte steckt hier dahinter?
Die unsrige ist jedenfalls, passend zu „Wir werden sehen“, dank des Wassers in diese Räume gelenkt worden. Darüber waren wir wirklich happy. Außerdem fiel so der Heimweg weg. Wir brauchten nur die Treppe hoch, hatten wir doch immerhin das reichhaltige Cocktailangebot unter die Lupe genommen.

Dann nach einem Besuch beim Guttenberg-Museum, davon unabhängigen Magenschmerzen und einem weiteren Kirchenbesuch (wieder kein Stifter, aber dafür nochmals Hunde), hieß es back to Basis.

Als wir schließlich am Samstag die Fahrräder aus dem Keller zogen, zurück ans Licht holten, musste F. tatsächlich eine erste Spinnwebe wegwischen.
Aber auf dem Weg zu Bahnhof eroberten wir uns den eigentlichen Zweck unseres gemeinsamen Urlaubs zurück: Es ging entlang am Main, schön Sicht aufs Wasser, so wie es sein soll.
Kurze Zeit danach Ankunft am Hbf. Ich fahre, sie bleibt. Verabschiedung bei inzwischen wundervollem Wetter.

„Irgendwie ist es als würde die Sonne uns auslachen“

Ich kann getrost zurück lachen.

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