Fire #Escape

Seit Urzeiten zieht es den Menschen zum Feuer. Nicht alleine zur Nahrungszubereitung, sondern auch zur Verfestigung gesellschaftlicher Beziehungen eignet sich der hellste Punkt im Dorf als Versammlungsstelle. Es entstehen besondere, oft mythische Augenblicke, die sich hinterher nie wieder reproduzieren lassen. Am nächsten Morgen, wenn nur noch ein Haufen warmer Asche übrig bleibt, die Menschen längst wieder auseinandergestoben sind und sich wieder hassen wie am Tag zuvor, ist sämtliche Magie vergangen. Am Feuer erzählt man sich alte Geschichten, aber nie erzählt man sich von alten Feuern.

Das moderne Lagerfeuer findet bekanntermaßen vor dem Fernseher statt. Hat dieser als Nachrichten- und Unterhaltungsversorger ausgedient, ist seine einzige Funktion heute ein gemeinsamer Bezugspunkt einer immer weiter ausdifferenzierten Gesellschaft. Keiner hört mehr die gleiche Musik, es gibt mittlerweile mehr Serien als Menschen, so dass jeder für sich staffelweise abwesend ist. Worauf man sich einigen kann, ist letztlich nur noch der Tatort und dann vielleicht noch Jauch.

Die Gespräche finden nun via Twitter statt. “So nah, und doch so fern” – Klaus & Klaus. Das Lagerfeuer ist über ganz Deutschland verteilt, erfüllt aber seinen Zweck. Und auch beim modernen Lagerfeuer funktionert es nur im Augenblick. Am nächsten Tag aufgewärmte Erinnerungen sind blaß und wenig und nicht erwähnenswert. Ihnen fehlt der Kontext, in dem sie entstanden, ihnen fehlt – das Feuer. Als Beweis nun sämtliche Tweets, die ich im Verlauf des Eurovision Song Contest geschrieben habe. Einige sind, selbst mir, wenige Stunden später kaum noch verständlich, da sie sich in keinen Bezug mehr setzen lassen. Das Alienmonster aus dem fünften Element? Das war die zweite Interpretin, welches Land das war, wie die Melodie ging? Weiß kein Mensch mehr. Lesbar twitter-untypisch von oben nach unten:

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Eine kurze Geschichte Flensburgs

Urkundlich wurde Flensburg erstmalig auf einem Bierdeckel im Jahre 1888 erwähnt. Zunächst noch großflächiges Ackerland an der Ostseeküste, entstand auf der ehemaligen Mark Tenderei zunächst eine Brauerei mit angeschlossener Kneipe, an die sich ein Kiosk anschloss und dann auch schon der erste Puff. Inhaberin war die schon damals alte Beate Uhse. Weil Florian Ensensberg, damals Stammgast in allen drei Örtlichkeiten, seine Bierrechnung nicht begleichen konnte, schrieb er sein Kürzel, wenn auch falsch, auf eben jenen Bierdeckel: Fl. Ensburg *hicks* Von nun an ging es mit der Stadt bergab, was für die noch junge Stadt in der Schleswig-Holsteinischen Niederung eine beachtliche Leistung war (die ihr auch gleich einen Eintrag ins Guinness’ Buch der Rekorde eintrug, jedoch getilgt wurde, da sich Guinness und die Flensburger Brauerei spinnefeind waren).

An Persönlichkeiten brachte Flensburg vor allem Straßenmusiker mit witziger Kleidung hervor.

Bereits drei Tage nach Gründung verstarb Ensensberg. Dem Stadtgründer zu Ehren wurde er unter einem Sandhügel vergraben, der sich zum Sandberg erhob und den höchsten und unwegsamsten Punkt Schleswig-Holsteins markiert (durch einige ganz und gar unwahrscheinliche Zufälle ist dies auch der derzeitige Wohnsitz des Chronisten). Die Stadt hat man außerdem fortan Flensburg genannt. Eine eigentliche Flensburg hat es jedoch nie gegeben.

Eine große Industrie konnte sich jenseits der nunmehr Flensburger genannten Brauerei nie etablieren, stattdessen verordneten die Stadtplaner, weitere Kioske aneinanderzureihen und diese mit einem Straßennetz zu verbinden. Ein jüngerer Bruder Florian Ensensbergs, Fidelius Ensensberg, war mittlerweile nach Italien ausgewandert und nurmehr ein entfernter Verwandter. Seinerseits pflegte er Bierdeckel unter seinem neuen Namen Fi. Bonacci zu unterzeichnen und war ansonsten ein brauchbarer Mathematiker. Seinen Plänen nach wurden die Kioske seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Fibonacci-Folge angeordnet, so dass die ersten beiden Kioske zunächst noch direkte Nachbaren waren, dann aber schon die erste Nazi-Wikingerkneipe folgte, dann ein weiterer Kiosk, dann eine Nazi-Wikingerkneipe und ein Puff, wieder Kiosk, Puff, Nazi-Wikingerkneipe und Tattoo(-und Marketenderwaren)-Shop usw. bis hin nach Rom, denn alle Wege führen nach Rom.

Dies gilt insbesondere für Flensburg, denn eine weitere Eigenheit ist es, dass man für jedes Ziel, das angestrebt wird, lediglich geradeaus gehen muss. Wie erwähnt müssen auf jeden Fall diverse Berge und Hügel überquert werden, aber abgesehen davon: immer geradeaus.

Aus Protest gegen die kurzlebige Alkoholprohibition vom 30. April 1936 – abends (Tanz in den Mai) schmissen die Dorftrunkenbolde ihre Schuhe auf Wäscheleinen, die im italienischen Stil (Fibonacci!) zwischen die Häuser gehängt wurden. In einer Stadt, deren Bierproduktion nur vom Bierkonsum überboten wird, war das Ausschankverbot tatsächlich eine der dümmeren Ideen.

Flensburg war stets ein Spielball zwischen Deutschland und Dänemark. In zahlreichen Kriegen wurde erbittert um die Stadt und seine Ressourcen gekämpft. Dies hatte selbstverständlich Auswirkungen auf seine Bewohner. Die Erfindung des Fischbrötchens ist beispielsweise darauf zurückzuführen, dass eine zeitlang beinahe wöchentlich zwischen Hot Dog und geräuchertem Fisch als Traditionsgericht gewechselt wurde. Um diesem steten Wechsel Einhalt zu gebieten, wurde das Fischbrötchen als Kompromiss entwickelt.

Letztendlich konnte sich Dänemark durchsetzen, so dass Flensburg nun wohl endgültig ein Teil Deutschlands bleiben dürfte.

An Persönlichkeiten brachte Flensburg vor allem Straßenmusiker mit witziger Kleidung hervor.

Die Menschen gelten gemeinhin, typisch norddeutsch, als zurückhaltend und wortkarg. In Flensburg sind sie darüber hinaus noch sehr geizig. Während im Rest der Welt angenommen wird, der Ausspruch Up ewig ungedeelt meine das untrennbare Band zwischen Schleswig und Holstein, beharren die “Flensburger”, wie sie sich salopp selbst nennen, darauf, dass mit diesem Spruch das ewige Band zwischen dem Trinker und seinem Bier gemeint ist. Es gilt allgemein als verpönt, seinen Sitznachbaren um einen Schluck Gerstensaft zu bitten. Die Sprache der Einwohner Flensburgs ist zwar dem Deutschen sehr ähnlich, so dass man beinahe alles versteht, jedoch hat sich im Laufe der Zeit ein eigener Dialekt entwickelt, der durch zahlreiche *Plop*-Geräusche erzeugt wird.

Beim jährlichen Kinderfischen erhalten die Jüngsten der Stadt kleine Kescher, um damit Schmuckstücke, abgetrennte Finger oder Glasscherben aus der Freiluftgäranlage der Brauerei zu fischen. Weil hierbei stets allerhand zutage gefördert wird, wird dieser Bereich Flensburger Förde genannt.

Da in den letzten 40 Jahren keine weitere Entwicklung intellektueller oder infrastruktureller Natur festzustellen war, kann die Geschichte Flensburgs heuer als abgeschlossen und diese Chronik als endgültig angesehen werden.

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Nach The Hunger Games und La grande bouffe, sehen Sie nun:

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Die dramatische Geschichte eines Studenten, der in den Wirren des Monatsendes und des Feiertages um sein Überleben kämpft.

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Das sagen die Kritiker:

“Bodenständig, reduziert, Klasse statt Masse: so soll es sein! Ein Magenknurren bleibt aber.” – Christian Rach

“Vielleicht das schönste Werk seit Die Suppe aus Luft.” – Haruki Murakami

“Die Bildästhetik erinnert an die ganz großen, genaugenommen an mich.” – Steven Spielberg

“Man kann sich garnicht sattsehen! Perfekt für Frauen. Wunderbar!” – Brigitte

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Demnächst in Ihrem Kühlschrank. Oder auch nicht.

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Die BILD unter dem Arm

Das passiert nämlich, wenn man keine Ahnung von Mode hat. Wenn man sich dem ganzen Quatsch verweigert und dem Kleiderkauf nicht mehr als seine 15 Minuten Ruhm im Jahr gönnt. Dann passiert das nämlich.

In Wenn man einen weißen Anzug anhat widmet Max Goldt im Kapitel über den (genau, DEN) elften September eine längere Passage der Übergangsjacke, die passend für eine Zeit scheint, in der nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Übergangsjacken haben durchaus ihren Sinn, für meinen Umzug nach Flensburg, der im tiefsten Winter stattfand, plante ich jedoch anders und nahm noch meine Winterjacke mit und eine Sommerjacke. Man muss sagen, dass ich vorher praktisch nie Winterjacken besessen habe, ich habe mich immer irgendwie so durchgemogelt. Winterjacken sind mir so fremd wie Mützen, Schals, Handschuhe oder auch nur Regenschirme. Aber diesen Winter, dachte ich, kaufst Du dir mal eine ordentliche Winterjacke, mit Futter und allen Extras.

Ich habe eine meinem Verständnis nach sehr schöne Winterjacke bei C&A gefunden. Halt schön grau. Etwas ungewohnt war das Gewicht zunächst, aber das muss wohl so bei Winterjacken, dachte ich. Ich fühlte mich richtig spezialummantelt, und der tägliche Weg durch den Park zur FH war ein schön molliger.

Hier in Flensburg wurde es jedoch Zeit, das gute Stück langsam in Schrank zu packen und einzumotten, was auch immer genau damit gemeint ist. Mit Lavendel besprühen? Ohne vom Hundertsten ins Tausendste verfallen zu wollen, aber ich habe schon eine mehrere Jahre andauernde Mottenplage überstanden, “einmotten” scheint ein Wunschdenken zu sein.

Aber es geht um die Jacke! Beim allgemeinen rausfriemeln komischer Sachen aus allen versteckten Taschen (das CERN muss ich bei Gelegenheit mal beauftragen, die physikalisch höchst interessante Verknotung meiner Ohrstöpsel zu untersuchen), fiel mir in der Innentasche Sonderbares auf:

Es bricht sich keine Übelkeit Bahn, es kommt kein Gefühl der Beschmutzung in einem hoch, des Betrugs, der Ausnutzung. Vielmehr beginnt man sich nach dieser erschütternden Entdeckung Fragen zu stellen. Fragen nach dem Warum, der eigenen Herkunft und der der Jacke (letztere ist auch nach Lektüre der restlichen Schilder (darunter FAZ, Spiegel, Süddeutsche) nicht zu beantworten). Beunruhigend jedenfalls die Feststellung, dass neben dem BILD-Schild ein RFID-Chip in der Jacke vernäht ist. Was wissen sie von mir, welche meiner Wege zeichen sie auf, und wie weit reicht das Netzwerk?

Eine Recherche fördert zutage, dass C&A wohl regelmäßg Kooperationen mit dem Springer-Verlag eingeht, um sogenannte BILD-Kollektionen unters Volk zu bringen. C&A war immer ein ehrbares Kaufhaus, Rodeo- und Jinglershosen (die mit dem Glöckchen) waren zumindest seinerzeit sehr robust und hielten mehrere tausend Rutschpartien auf dem “Spieli”. Aber jetzt?

Jetzt laufe ich seit vielen Monaten mit BILD unter dem Arm durch die Straßen. Ohne es zu wissen, trage ich diese Marke mit mir herum. Sehr werbewirksam ist das natürlich nicht, gleichermaßen dumm wie klug ist es, das Schild auf der Innenseite der Innentasche zu befestigen. Niemals würde ich willentlich und wissentlich für die BILD oder einen ihrer Kooperationspartner Werbung machen.

Bei der Jacke handelt es sich übrigens um den modisch geschnittenen Wintermantel des Herren in der Mitte. Der hohe Kragen schützt vor Wind, ein zweites Innenfutter sowie die Kapuze können mit einem Reissverschluss entfernt werden. Die vielen Taschen bieten ausreichend Stauraum für Geldbeutel, Schlüssel oder Smartphone, die Hände finden in mehreren Extrataschen Platz. 59,- Euro.

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Level 1

Der Spieler, der sich an das Versprechen gebunden fühlt, die Kindheitsfreundin niemals zu verlassen. Der, der statt eine riesige Welt zu erkunden, stärker zu werden und sich selbst zu finden, 100 Spielstunden im Anfangsdorf verbringt.

Der Spieler, der im Dialog mit dem Ältesten niemals Ja, sondern immer Nein auswählt und sich das Textfeld eintausend Mal durchliest, bis einer stirbt.

Der Spieler, der das erste wehrlose Monster, das ihm zum Training vorgeworfen wird, verschont.

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Gepflegt grillen

…stoff, den er aus seinen zahlreichen Ammoniumverbindungen befreit, dient der Tropfen einem höheren Zweck, um hinterher wieder gen Himmel zu fahren. Der Tropfen als Gott, Gott ist schon ein armer Tropf.

dachte ich also, während ich ich meine frisch getrocknete Wäsche von der nahe gelegenen Waschstelle in die Wohnung brachte und mich ein Regenschauer überraschte (sagt das dreimal hintereinander!). Das Wetter hierzustädte ist unberechenbar. Minuten nach dem Regenschauer hat es auf einmal angefangen zu schneien! Und noch eine halbe Stunde später war der Himmel blau. Konstant ist lediglich der Wind (oh, ein Paradoxon). Es stürmt durchgängig. Der Wind erzeugt in meinem Kabuff die Art von Geräusch, die einen kaum schlafen lässt. Es scheint in diesem Haus ein Rohrsystem verlegt worden zu sein, das eigens dafür gedacht ist, den Wind von draussen über mein Bett zu leiten, und in diesem Rohr befinden sich kleine Löcher, die Melodien des Grauens zu erzeugen.

Der Wind hielt uns jedoch nicht davon ab, die Grillsaison zu eröffnen. Am vergangenen Donnerstag betrug die Temperatur einige Grad über Normal Null, so dass wir uns mit reichlich “Herzhaftem” und “Deftigem” eindeckten und im großen Pulk den Park besetzten. Später versuchte eine Gruppe mutmaßlicher angehender Konfirmanden selbiges, aber: Wir sind viele, wir sind laut, wenn man uns den Grillplatz klaut! Occupy Stadtpark! Xbox Kinect! (Man muss mit der Jugend gehen.)

Natürlich schlug wie schon die zuvor beschriebenen Tropfen auch das Wetter insgesamt wieder seine Kapriolen, so dass wir “unter großem Hallo” unsere Sachen packten und die Kohle ihrer letzten Bestimmung zuführten, Asche zu Asche, und wir uns aus dem Staub machten.

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Labile Seitenlage

Uns selbst erscheint ein Wolkenbruch ja immer sehr plötzlich. In Wirklichkeit aber hat der Regen eine sehr beschwerliche, minuten-, wenn nicht gar stundenlange Reise hinter sich. Eigentlich mag man überhaupt nicht darüber nachdenken. Der gemeine Regentropfen, der uns beim Aufprallen auf die Fensterscheibe erschrickt, hat aus unserer Sicht nur den Sekundenbruchteil einer… Sekunde (v. Veröffentl. n. überarb.) gelebt.

In Wirklichkeit aber verläuft das Leben des Tropfens weit ereignisreicher, als uns bewusst ist. Und dies nicht einmal so deprimierend abwärts, wie man meinen könnte. Es kennt Höhen und Tiefen, und diese sogar beim Vornamen (z. B. Hoch Egon oder Tief Berta). Der Tropfen wird durch die Luftschichten, die Sedimente des Himmelreiches, umhergewirbelt. Die Luftschichten selbst werden dabei durch den Tropfen definiert, sie werden durch so genannte Feuchtesprünge voneinander getrennt. Wirbelt der Tropfen umher, verschieben sich auch die Luftschichten. Ein beeindruckendes Schauspiel, das jedoch unsichtbar stattfindet (insofern vielleicht doch nicht so beeindruckend, vielleicht gar stinklangweilig). Stabile Luftschichten definieren sich außerdem darüber, dass sich die Temperatur auf 100 Meter um weniger als ein Grad Celsius verschiebt, während in labilen Luftschichten die Schwankungen über diesem Grad liegen. Rein statistisch tritt irgendwann der Fall ein, dass der Temperaturunterschied genau ein Grad beträgt. In diesem Fall lösen sich darin befindliche Regentropfen in nichts auf, denn eine Schicht, die weder stabil noch labil ist, ist streng genommen überhaupt nicht existent. Es gibt Forschungen, wie man sich dieses Phänomen, gemeinhin als Fata Morgana bezeichnet, in der Agrar- und Tourismusindustrie zunutze machen kann.

Der Tropfen weiß von alledem nichts. Dennoch sieht der Tropfen während seiner Reise weit mehr von der Welt als die meisten ihrer Bewohner. Prallt er auf den Boden, tut er sich mit anderen Tropfen durch die unbändige Kraft der Kohäsion zusammen, um sich in Rinnsalen und Pfützen einen Weg in die Erde zu suchen. Sich zu verkriechen, sich zu beerdigen. Die Welt, das hat er erkannt, ist kein schöner Ort. Der ständige Regen treibt ihn in die Depression. Und selbst nach seinem Tod sieht der Tropfen die Radieschen nicht nur von unten, er ernährt sie sogar noch. Sein eigentlicher Lebenszweck beginnt erst nach seinem Tod. Als Mittler zwischen Pflanze und Nahrung wie dem Stickstoff, den er aus seinen zahlreichen Ammoniumverbindungen befreit, dient der Tropfen einem höheren Zweck, um hinterher wieder gen Himmel zu fahren. Der Tropfen als Gott, Gott ist schon ein armer Tropf.

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