Als ich etwa vor zwei Stunden nach Hause kam, war ich noch voll des Lobes über den neuen Simpsons-Film. Ich wollte meine Faszination über den Irrglauben, der Film könnte so misslungen wie die Folgen der letzten Staffeln sein, kund tun und so dokumentieren, dass das Kino auch noch für positive Erlebnisse sorgen kann…
Doch das war einmal.
Jetzt bin ich nicht mehr in der Stimmung verbale Freudentänze zu vollführen. Stattdessen ist mein Kopf ausgefüllt mit dem Gefühl der Trauer - Trauer um Daten, die meinen gesamten bisherigen Lebensweg dokumentierten.
Beim Übertrag meiner persönlichen Dateien gestern von meinem heimischen Desktop-PC auf den neuen Laptop konnte keiner ahnen, dass die Zwischenablage auf dem Comp meines Freundes zu einer Fehlspeicherung führen würde, bei der 2/3 der Datenmasse verloren gehen. Noch vorhanden ist natürlich - wie kann es auch anders sein - jenes Drittel, das am ehsten verzichtbar gewesen wäre.
Ordner wie SchulunterlagenUnterstufe und LustigeBilderAusDemNetz sind verkraftbar, wenn sie flöten gehen. Ordner, die dagegen die Fotos diverser Unternehmungen mit der Freundesgruppe zwischen dem Jahr 02 und heute beinhalten, weniger. Dateien, in denen Geschichten, Gedichte und getippte Tagebucheinträge verborgen liegen, gar nicht.
So ein Scheiß aber auch…
In Zukunft prüf ich alles tausendmal nach und mach zig Sicherheitskopien jeden Tag…
…
Wie auch immer. Back to the Simpsons. Auch wenn sie hinter dem Schatten verborgen liegen, den der Laptop durch seine übermäßig-emotionale Präsenz in meinem Hirn auf meine Nervenzellen wirft, liegt noch so viel der blauen Haarbracht frei, dass sie sich nicht ganz aus meinem momentanen Denken verbannen lässt.
Vielleicht ist es ihm aber auch nicht möglich, weil die Simpsons bei mir dazugehören. Als Mitglied einer Familie, in der es bei jedem Zusammentreffen unweigerlich früher oder später um die Simpsons geht, Zitate herangetragen und ganze Szenen beschrieben und sofort erwiedert werden, kann man sich einem solchen Film gar nicht entziehen.
Die letzte Prinzipienhaltung (”Der Film kann einfach nicht gut sein…”) fällt dann schließlich spätenstes wenn eben einer dieser Familie erzählt, dass er in den Film hineingehen wird.
Der Sog der Simpsons erwischte mich also über meinen Bruder und dessen Frau, mit denen ich schließlich heute Mittag im Heimatort meiner Eltern vor der Leinwand landete, Basti mir zur Seite wie immer und überall.
So bin ich nun also doch auf dem neusten Stand, wenn es nächstes WE - am Kaffeetisch, in der Sofaecke, auf der Terasse - wieder heißt: zum Simpsonsgespräch bitte…

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