Wie der Lappi die Simpsons in den Schatten stellte…

29 07 2007

Als ich etwa vor zwei Stunden nach Hause kam, war ich noch voll des Lobes über den neuen Simpsons-Film. Ich wollte meine Faszination über den Irrglauben, der Film könnte so misslungen wie die Folgen der letzten Staffeln sein, kund tun und so dokumentieren, dass das Kino auch noch für positive Erlebnisse sorgen kann…
Doch das war einmal.
Jetzt bin ich nicht mehr in der Stimmung verbale Freudentänze zu vollführen. Stattdessen ist mein Kopf ausgefüllt mit dem Gefühl der Trauer - Trauer um Daten, die meinen gesamten bisherigen Lebensweg dokumentierten.

Beim Übertrag meiner persönlichen Dateien gestern von meinem heimischen Desktop-PC auf den neuen Laptop konnte keiner ahnen, dass die Zwischenablage auf dem Comp meines Freundes zu einer Fehlspeicherung führen würde, bei der 2/3 der Datenmasse verloren gehen. Noch vorhanden ist natürlich - wie kann es auch anders sein - jenes Drittel, das am ehsten verzichtbar gewesen wäre.
Ordner wie SchulunterlagenUnterstufe und LustigeBilderAusDemNetz sind verkraftbar, wenn sie flöten gehen. Ordner, die dagegen die Fotos diverser Unternehmungen mit der Freundesgruppe zwischen dem Jahr 02 und heute beinhalten, weniger. Dateien, in denen Geschichten, Gedichte und getippte Tagebucheinträge verborgen liegen, gar nicht.
So ein Scheiß aber auch…
In Zukunft prüf ich alles tausendmal nach und mach zig Sicherheitskopien jeden Tag…

Wie auch immer. Back to the Simpsons. Auch wenn sie hinter dem Schatten verborgen liegen, den der Laptop durch seine übermäßig-emotionale Präsenz in meinem Hirn auf meine Nervenzellen wirft, liegt noch so viel der blauen Haarbracht frei, dass sie sich nicht ganz aus meinem momentanen Denken verbannen lässt.
Vielleicht ist es ihm aber auch nicht möglich, weil die Simpsons bei mir dazugehören. Als Mitglied einer Familie, in der es bei jedem Zusammentreffen unweigerlich früher oder später um die Simpsons geht, Zitate herangetragen und ganze Szenen beschrieben und sofort erwiedert werden, kann man sich einem solchen Film gar nicht entziehen.

Die letzte Prinzipienhaltung (”Der Film kann einfach nicht gut sein…”) fällt dann schließlich spätenstes wenn eben einer dieser Familie erzählt, dass er in den Film hineingehen wird.
Der Sog der Simpsons erwischte mich also über meinen Bruder und dessen Frau, mit denen ich schließlich heute Mittag im Heimatort meiner Eltern vor der Leinwand landete, Basti mir zur Seite wie immer und überall.
So bin ich nun also doch auf dem neusten Stand, wenn es nächstes WE - am Kaffeetisch, in der Sofaecke, auf der Terasse - wieder heißt: zum Simpsonsgespräch bitte…





“spiderpig, spiderpig, does what spiderpigs do”

25 07 2007

Ich höre gerade das neue “Puzzle”-Album von Biffy Clyro, erst zum zweiten Mal komplett, nachdem ich mir schon die Perlen “Who’s got a match?” und “The conversation is..” als Highlights rausgesucht hatte und dauernd hörte, folge ich jetzt dem Leitsatz des ersten Stückes “Living is a problem because everything dies” und sage “I don’t wanna waste no more time” und höre das Album jetzt öfter, bis ich mich endlich an diesen Popsound gewöhnt habe. Denn Biffy Clyro sind wohl eine der großartigsten Bands aller Zeiten - neben Vex Red natürlich. Das die beiden Bands niemand kennt - wie sehr viele Bands, die ich gern mag - hat für mich den Vorteil, dass ich sie nur höre, wenn ich es will und nicht die Gefahr besteht, dass man sie dauernd im Radio hört. Obwohl ich neulich echt geschockt war, als mit “There’s No Such Thing As A Jaggy Snake” eines der quersten (aber trotzdem genialen) Lieder des gesamten Biffy-Clyro-Imperiums (bitte beachtet die Nutzung von Bindestrichen, diese ist heutzutage anscheinend nicht mehr normal. Kreidet das immer an, wenn ihr bei anderen Leuten merkt, dass sie diese nicht nutzen, obwohl sie genutzt werden müssten. Gegen den Verfall der deutschen Sprache! Tötet ihre Führer!) auf MotorFM gespielt wurde. Dabei hasse ich Radio (aber konnte mich in der Situation nicht dagegen wehren, da wir im Auto unseres Fotografen unterwegs waren), abrundtief sogar- außer Klassiksender wie Radio Figaro oder Klassik-Radio. Mehr Musik, weniger Pop, weniger sinnfreies Gerede, keine Werbung.

Gestern kam im Übrigen eine Perle der Filmkunst auf 3Sat - Waking Life. Ein Film wie ein Gedanke oder eine gute Kurzgeschichte, so quer und anders. Sehr empfehlenswerte, ich schaue ihn mir gleich nach Veröffentlichung dieses Beitrages nochmals an. Und von wegen quer: Dieses Gerede von wegen “gegen den Strom schwimmen” finde ich reichlich sinnlos. Endtweder treiben lassen oder einfach zur Seite schwimmen und aus dem Fluss aussteigen. Genauso wie in Trick- oder anderem Film Figuren vor fallenden, hohen Gegenständen, die einen Fixpunkt auf dem Boden haben, immer in Fallrichtung davonlaufen, statt einfach zur Seite zu gehen; das habe ich schon als Kind nicht verstanden. Aber ich verstehe ja so vieles nicht, z.b. wie sich Menschen so viel um belangloses Zeug Gedanken machen oder sogar darüber reden können, ich finde soetwas eher anstrengend. Das bringt mich widerum zur 37°-Reportage über Autismus, die ich auch gestern abend gesehen habe. Da dachte ich mir wieder “Mensch, da passen einige Symptome ja auch auf dich” - aber das finde ich bei vielen psychischen Krankheiten, womit ich einfach beschlossen habe, dass ich nicht verrückt bin und Diagnosen besser von Leuten gestellt werden sollten, die dafür eine Ausbildung genossen haben. Aber wie diese Autistin in der Reportage schon feststellte, ist ein Leben ohne meine Irrheit für mich garnicht wünschenswert. Ich bin lieber so wie ich bin, statt so zu sein, wie ich mir nicht erklären kann, warum man auf diese Weise sein kann. Ich zumindestens verstehe, was ich mit dem letzen Satz gemeint habe.

Jedenfals denke ich in den letzten Tagen bei jedem Blick in den Spiegel, dass ich garnicht mehr so langweilig aussehe wie noch vor ein paar Tagen. Was ein “Bart” und neue Klamotten so machen können. Außerdem die Schlussfolgerung: Berlin ist genauso in Ordnung wie Hamburg, nur dreckiger und größer; außerdem mag ich im allgemeinen keine Großstädte. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen in einer kleinen Stadt zu wohnen, in einer “Wohnung”. Ich mag keine Wohnungen, ich mag Häuser. Ich mag keine Städte, ich mag Dörfer, kleine Dörfer. Wenn jeder noch jeden kennt und große Mitleidsbekundungen gibt wenn jemand in ein Krankenhaus kommt. “Klausi ist wieder im Krankenhaus.” “Ach Gott!”





Lustige Welt der Abschlussfeste

25 07 2007

Jetzt ist kurz vor eins in der Früh. Gestern dachte ich noch ich würde um diese Zeit irgendwo auf dem Grundstück meiner Schule bzw an einem anderen Ort mit meiner Klasse am Feiern sein, denn immerhin war heute mein Abschluss.
Von meiner Klasse hab ich jedoch über den Abend hinweg nur am Rande etwas mitbekommen - eigentlich nur beim offiziellen Teil, der übrigens wider Erwarten recht gut verlief (auch der gigantische Sister-Act kam ganz gut an).

Den inoffiziellen Teil verbrachte ich von 22 Uhr bis Mitternacht hinter der Tecke. An sich ja nichts schlimmes, aber es wird halt scheiße, wenn der Raum leer ist und sich deine Klasse nach und nach verkrümelt ohne sich zu verabschieden.
Nur ein einziger aus meiner Klasse, den ich bisher für nicht so den Brüller gehalten habe, ist dabei geblieben.

Das eigentliche Opfer des Abends:
Basti.
Weil meine Klasse schon so früh abhaute, unsere Getränkeplanung versagte, die andren Eingetragenen gar nicht erst erschienen und im Schulgebäude selbst keine Stimmung aufkommen wollte, musste Basti zu mir hinter die Tecke stehen und die Minuten zählen.
Da sieht man einmal mehr, was ein guter Freund wert ist.





Immer dieses Nachgeben - das bringt mich noch ins Grab

23 07 2007

Ich bin sooo blöd. Voll der Esel.
Aber warum lass ich mich auch belabern?
Also selbst schuld!
Wenigstens taugt es für ne Anekdote, die ich euch auch sogleich auf die Nase binden werde:

Also, morgen ist unsere Abschlussfeier, dann ist die Ausbildung rum.
Es reicht nicht an Peinlichkeit, dass die ganze Planung schrott ist und wir heute bei der Generalprobe festgestellt haben, dass unser selbstgedichtetes Abschlusslied auf die Musik von Sister-act (Erzieher-act, wie fantasievoll…) höchstwahrscheinlich ein Reinfall werden wird. Nein, es muss noch mehr schiefgehen.
Nun hat die Klasse vor Wochen ein T-Shirt bestellt, um uns wenigstens beim Abschluss als Einheit präsentieren zu können, wenn wir das schon die zwei Jahre zuvor nicht gebacken bekommen haben. Das geht jetzt jedoch in die Hosen, denn die Lieferung ist noch nicht da. Genaugenommen kommt sie erst in vier Wochen, weil drei aus der anderen Klasse nicht rechtzeitig bezahlt haben.

Das Schlimmste an der Sache ist aber immer noch, dass dieses T-Shirt noch nicht einmal als schöne Erinnerung taugt. Lediglich ein kleines “Erzieher 007″ mit Pistole (ebenfals sehr fantasievoll) steht ganz klein oben links im Eck auf einem weißen Polohemd (ich hasse Polohemden, am besten klapp ich noch den Kragen hoch). Selbst unsere Nachnamen haben es nicht auf die Rückseite des T-Shirts geschafft…
Das muss man erst mal hinbekommen, so ein´scheiß Motiv und keine Namen, wo doch überall zur Zeit Abschluss-T-shirts mit eben diesen produziert wurden. Da gibts sicher haufenweiße passende Angebote, die überdies keine 16 Euro verschlingen.

Nachdem ich damals nach Anfrage durch die Klassensprecherin ein Motiv als Vorschlag vorlegte nur um zu erfahren, dass schon eines erwählt worden ist und sich keiner mehr für meines auch nur annährend interessiert, war ich kurz davor, das T-Shirt an den Nagel zu hängen, sprich, nicht mitzubestellen.
Dann híeß es plötzlich, dass das mal voll unkollegial sei, weil dann ja der Preis für die anderen hochginge und blablabla. Außerdem würden ja alle mit den T-Shirts hoch auf die Bühne gehen, um ihr Zeugnis in Empfang zu nehmen…
Da hab ich mich breit schlagen lassen.
Jetzt trauer ich um 5 1/3 Döner…





Live Blogging: Winamp shuffle

23 07 2007

Wenn Du morgens aufwachst und Du hast die Melodie von Police Academy im Ohr, warum auch immer, wird es GANZ schnell Zeit für Winamp.

Der Player begrüßt mich mit Lionel Richie - All night long. Ein Klassiker der Langeweile, bei dem einem klar wird, warum in diesem Land eigentlich keiner diese Musik hört ausser Leuten, die keine Musik hören und Thomas Gottschalk. Weiter. Den Rest des Beitrags lesen »





Hamdullah hABIbi

21 07 2007

Die nächste Abi-party. Gegen 22.00 Uhr fange ich an, mit der Tischdekoration Tetris zu spielen und Origami auf ein neues Level zu heben. Vorangegangen sind 2 Stunden warten auf Programmbeginn, ein leckeres Buffet und teilweise witzige, teilweise unwitzige und sterbenslangweilige Programmpunkte.

Wir befinden uns in einem Tief, da jetzt der dritte langweilige Programmpunkt in Folge läuft, irgendein albernes Kinderspiel á la Tabu, aber genau weiss ich das nicht, ich hör schon garnicht mehr zu. Wer die Selbstreferenzialität von Bloggern für ein Thema hält, war wohl nie auf einer Abi-Party. Unwahrscheinlich, wenn man sich mal so umguckt, wer alles bloggt.

Immerhin: Für meine Verhältnisse habe ich mich richtig schick gemacht, um diesesmal den Blicken zu entgehen. Gute Entscheidung, der Lackaffenfaktor ist extrem hoch heute abend. Gegen 12 (5 Stunden Programm!) ist der Spuk vorbei, die Party geht los. Aber nicht für mich, ich will nach Hause, ich bin alt und brauche meine Ruhe, lass den Jungen ihren Spaß. Auf dem halben Weg nach Hause merkt meine Freundin, die eh lieber da geblieben wäre, dass sie garkeinen Schlüssel für ihr Elternaus hat. Wir sind also gezwungen “durchzumachen”.

Etwas abseits der Szenerie merke ich, dass ich nicht hierher gehöre. Warum? Weil ich kein Abi hab oder weil ich der Älteste im Raum bin? Vielleicht beides. Versuche, mich durch Alkohol aufzuheitern schlagen fehl, weil Erdbeer Limes einfach scheisse schmeckt. Gegen halb vier folgt der lange Marsch zu einer Freundin, bei der wir noch für eine Stunde schlafen können, bevor es endlich nach Hause geht. Um kurz vor 7 wird dann finally noch eine Folge Die Drei ??? angemacht und glücklich ins Bett gefallen.

Alles in allem ein sehr schöner Abend. Warum? Weil ich meine Freundin liebe, deswegen.





Oh brothel, where art thou?

20 07 2007

Wo hier nippifippi-dingens grade was von Nutten erzählt. Ich erinnere mich da an diesen witzigen Abend, an dem mich (damals 17) der Besitzer meiner Lieblingskneipe (und btw. der damals hippsten Bar in Lübeck überhaupt) noch in den Puff geschleppt hat. Gut, wir waren zu spät dran, die Damen haben grade Feierabend gemacht, aber ne kleine Tanzeinlage gab’s trotzem noch. Mehr hätte ich mir eh nicht leisten können, außerdem war ich zu besoffen. Der hünenhafte Zuhälter hat uns dann rausgeschmissen und meinem Kumpel noch eins auf die Fresse gegeben, weil er im Klo eingepennt ist. In Nachhinein: ein schöner Abend. Die damals hippste Kneipe Lübecks ist aber inzwischen dicht.





“gift, gift, gift”- “zurückgift”

18 07 2007

Heute morgen war ich beim Hausarzt, weil ich mir ein halb weghängendes, dunkelbraunes, warzenähnliches Muttermal wegmachen lassen wollte.

Dort im Wartezimmer steht eine Bank von vielleicht 2 1/2 Metern Breite. Als ich herein komme, sitzen eben dort drei Leute. Ich begebe mich auf einen der 5 Stühle an der Wand gegenüber und fange an zu lesen.
Irgendwann kommt ein neuer Hoschi hinzu. Ein dünnes Hemd von Mann, das sich zwischen einen anderen Typen und eine Frau auf besagte Bank sinken lässt.
Ich lese weiter.
Eine Minute später schnappt die Frau neben dem Neuen energisch ihre Handtasche und geht zielstrebig zum Stuhl zu meiner Rechten, mit verbissenem Blick kommt sie dort an.

Der Neue guckt komisch, dann spricht er: “Was war das denn?”
Sie: “Ja, wenn sie sich so breit machen müssen!”
Er: “Ja, toll, ich mach mich ja voll breit hier. Da kann echt keiner mehr sitzen…”
Sie schüttelt den Kopf: “Ach, lassen wir das jetzt!” und schaut in die Zeitschrift.
Er wird lauter: “In der Ubahn setzen Sie sich wahrscheinlich auch andauernd weg. Sind sie da nur dauernd am aufstehen und weggehen oder wie?”
Sie sagt nichts, schlägt ihre Beine übereinander, legt die Zeitung drauf, und starrt hinein.
Der Typ wieder: “Sie müssen echt brüde sein!”
Sie springt auf und ruft einen Tick (sehr viel) zu laut: “Das muss ich mir nicht bieten lassen!”
Sie schmeißt die Zeitung auf den Stuhl und stackst erhobenen Hauptes hinaus.
“Aber wirklich nicht!” ruft sie, dann ist sie unseren Blicken entschwunden.
Ich lese weiter.
Da geht die Milchglastür ganz langsam wieder auf. Alle Blicke schnellen hoch. Vorsichtig streckt die Sprechstundenhilfe ihren Kopf herein, als hätte sie Angst gleich Tomaten ins Gesicht zu bekommen.
“Ist hier alles klar?”, fragt sie ganz leise.
Alle nicken überrascht.
“Dann ist ja gut…”
Genauso still verschwindet sie wieder.

Als ich nachher dran gekommen bin, hab ich die Frau niergends mehr gesehen. Wahrscheinlich ist sie blind vor Wut ganz raus aus der Praxis und schnell heim. Dort ist ihr dann vermutlich eingefallen, dass ihr Termin damit wohl erst einmal am Arsch ist.
hihi





Liebe Firma soundso,

18 07 2007

selbstverständlich bedauere ich es ebenso, keine Anstellung bei Ihnen finden zu können. Lieber hätte ich es allerdings gesehen, wenn Sie mir meine Bewerbungsunterlagen zugeschickt hätten an statt die einer komplett anderen Person. Ich hoffe, meine durchaus vertraulichen Daten landen nicht bei einem Blogger, der gern Zahlen und Fakten nennt. Immerhin darauf kann sich die Person, deren Bewerbungsunterlagen ich bekommen habe, verlassen. Und glauben Sie mir: Das ist besser für alle Beteiligten.

Die Bewerbungsunterlagen sende ich Ihnen zu meiner Entlastung zurück.

Mit freundlichem Gruß,

Sebastian Sachse





Malta, das ist ja eine Insel zwischen Spanien und Malta

18 07 2007